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Faszination Rind: 10 unglaubliche Fakten

So simpel sie auf den ersten Blick auch wirken mögen, Rinder haben es faustdick hinter den Ohren. Wir verraten Ihnen 10 unglaubliche Fakten über die gemächlichen Vierbeiner, die sonst nur wahre Rinderflüsterer kennen. 

Markus Gnessner

Markus Gnessner 28.03.2018 ·

Faszination Rind: 10 unglaubliche Fakten

Rot-farbenblind.

Rinder sehen die Welt ein klein wenig anders als wir Menschen. Zwar können sie Farben sehen, allerdings besitzen sie als sogenannte Dichromaten lediglich Rezeptoren für Grün und Blau. Im Rot-Bereich hingegen sehen sie äußerst schlecht. Beim Stierkampf ist es beispielsweise nicht die rote Farbe, die das Tier reizt. Es sind vielmehr die schnellen, ruckartigen Bewegungen, die der Matador mit dem Tuch ausführt, die beim Rind zu einer Stressreaktion führen. Das liegt daran, dass Rinder keine fließenden Bewegungen wahrnehmen, sondern einzelne Bildfolgen - ähnlich einer Diashow.

2D - Rundumblick.

Wussten Sie, dass Rinder ohne Wenden ihres Kopfes in einem Winkel bis zu 330° sehen können? Grund dafür sind ihre großen seitwärts liegenden und beweglichen Augen. Ihr Panoramablick sorgt allerdings auch für einige Nachteile. So sehen sie die Welt im Gegensatz zum Menschen größtenteils unscharf und zweidimensional. Nur im vorderen 30° Sichtbereich sind sie zu dreidimensionalem und - auf kurze Distanz - scharfem Sehen in der Lage. Um also Entfernungen richtig einschätzen zu können, müssen die gemächlichen Vierbeiner dann doch einmal den Kopf drehen.

Tierische Supernasen.

Rinder können sagenhafte 8 km weit riechen. Damit lassen sich selbst weit entfernte Futterquellen leicht auffinden. Außerdem sind sie dazu in der Lage ihre Tierhalter am Geruch zu erkennen. Aufgrund ihres ausgeprägten Geruchssinns reagieren die Tiere allerdings sehr sensibel auf unbekannte und negative Gerüche. Der Geruch von Urin und Fäkalien kann bei Rindern beispielsweise eine Fluchtreaktion auslösen. Ihr feines Näschen ist darüber hinaus wichtig für das Sexualverhalten und das individuelle Erkennen in der Herde. Auch beim Einschätzen des Futters isst die Nase immer mit.

Wahre Treppensteiger!

Obwohl die Evolution Treppenstufen nicht auf ihrer Agenda hatte, können Rinder diese benutzen. Allerdings nur hinauf, nicht hinunter! Schuld daran sind die Vorderbeine der Tiere, deren Knie nicht optimal gebeugt werden können. Erschwerend kommt hinzu, dass Rinder unter Höhenangst leiden und beim Abstieg weder die eigenen Füße noch die Stufen sehen können. Zum Glück für alle Tierhalter kann man dieses Problem durch spezielle, rinderfreundliche Treppen beheben.

Der „Vier-Mägen-Mythos“.

Bestimmt haben Sie schon einmal von den „vier Mägen des Rindes“ gehört. Diese Bezeichnung ist allerdings nicht ganz richtig. Ein Rind hat nämlich nur einen Magen. Dieser ist jedoch unterteilt in vier Bereiche, die jeweils unterschiedliche Aufgaben bei der Nahrungsaufnahme und Verdauung erfüllen. Der Pansen fungiert als mächtige Gärkammer, der Netzmagen hilft beim Wiederkäuen und der Blättermagen ist vor allem für die Wasser- und Nährstoffaufnahme zuständig. Der eigentliche Magen ist der sogenannte Labmagen. Dort finden die gleichen Vorgänge wie im Magen eines Nichtwiederkäuers statt. Welcher Teil davon ist nun am wichtigsten? Wir schließen uns einer alten Bauernweisheit an, die da lautet: „Funktioniert der Pansen, funktioniert auch die Kuh.“

Wasserscheue Schwimmer.

Herrscht auch bei Ihnen Verwirrung darüber, ob Rinder nun schwimmen können oder nicht? Grund dafür könnte ein Artikel aus der „taz“ aus dem Jahr 2001 ein, der sich mit dieser Frage höchst wissenschaftlich beschäftigt. Demnach läuft das Rind aufgrund eines angeblich degenerierten Schließmuskels hinten mit Wasser voll und geht dann schwuppdiwupp unter. Dass es sich hierbei um reine Satire handelt, kann Ihnen jeder Tierarzt bestätigen. Zwar sind Rinder wasserscheue Tiere, sie können aber entgegen der „stadtläufigen“ Meinung durchaus schwimmen. Wie das Ganze aussieht, kann man in alten Westernfilmen beobachten, in denen manchmal ganze Rinderherden von Cowboys durch den Fluss zum anderen Ufer getrieben werden.

Zungenakrobaten.

Rinder beißen nicht einfach ins Gras. Der Vorgang der Nahrungsaufnahme ist um einiges komplexer und erst bei genauem Hinsehen ersichtlich. Rinder benutzen im ersten Schritt nämlich ihre raue Zunge, um ausgewählte Pflanzenbüschel zu umschließen. Danach klemmen sie die Pflanzen mit Hilfe der Schneidezähne und des Oberkiefers ein und reißen diese dann mit einem ordentlichen Hauruck! ihres Kopfes ab. Danach heißt es erstmal: Kauen, kauen, kauen. Insgesamt führt ein Rind etwa 50-70 Kauschläge pro Minute aus, was zu unglaublichen 40.000 Kauschlägen pro Tag führt.

1,5 Badewannen Speichel pro Tag.

Gesunde Rinder sind auch gute Trinker. Durchschnittlich 80 l Wasser nehmen die Tiere pro Tag auf. Allerdings ist das auch bitter nötig, da sie durch ständiges Wiederkäuen bis zu 200 l Speichel am Tag produzieren. Warum so viel? Der Grund liegt in der Verdauung. Denn die Speichelproduktion sorgt durch eine Neutralisierung der im Pansen gebildeten Säure für einen optimalen pH-Wert in den Vormägen. So viel Speichel zu produzieren ist allerdings kein Zuckerschlecken, sondern erfordert jede Menge Kauarbeit. Das Wiederkäuen kann bis zu 9 Stunden täglich in Anspruch nehmen. Kein Wunder, dass Rinder dieser Tätigkeit am liebsten im Liegen nachgehen.

Rangabzeichen Horn.

Nur totes Material? Von wegen! Die Hörner eines Rindes sind stark durchblutete Körperteile mit empfindsamen Nerven, die ein Leben lang wachsen. In der Herde dienen sie als Rangabzeichen und sind wichtig bei der Kommunikation mit Artgenossen. Auch bei der Körperpflege kommen sie zum Einsatz. Die längsten Hörner hat im Übrigen ein Texas-Longhorn-Rind aus den USA namens „Lazy J’s Bluegrass“ mit einer Länge von fast 300 cm! Aber ob man sich damit noch gut kratzen kann? Fraglich!

Die Elefanten unter den Rindern.

Die rein weißen Chianina gelten als die älteste Rinderrasse Italiens. Sie werden bis zu 1.500 kg schwer und 1,80 m hoch. Mit so viel Masse lässt sich gut arbeiten. Das dachten sich wohl auch die italienischen Bauern. Denn die Chianina dienten damals vorwiegend als Arbeitstiere auf dem Feld. Der Chianina-Ochse „Fiorino“ („Blümchen“) ist mit einer Widerristhöhe von 2,05 m der größte Bulle der Welt und steht seit 2007 im Guinness-Buch der Rekorde. Schwergewicht-Weltrekordhalter ist aber ein anderer: Der Stier „Donetto“ mit unglaublichen 1.740 kg!

Wie Sie sehen sind Rinder beeindruckende Tiere, die weit mehr als nur Wiederkäuen können. Für uns Menschen ist das Rind heute als Nutztier unverzichtbar und auf der ganzen Welt zu Hause.

Unsere Black Angus und Hereford Rinder leben übrigens nach den Prinzipien des Animal Welfare in der freien Natur Südamerikas.

Mehr Informationen zu unserer biologischen, artgerechten Rinderzucht finden Sie unter
https://www.maredo.de/herkunft/

 

 

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